AG Wanderfalkenschutz Schleswig-Holstein
AG Wanderfalkenschutz Schleswig-Holstein

AGW-SH online

Auf diesen Internetseiten stelle ich die AG Wanderfalkenschutz Schleswig-Holstein und den wieder eingebürgerten Wanderfalken vor.

Wanderfalke aus der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten entlassen

 
Am 22.12.2010 überraschte die SH-Z mit der Meldung, dass u.a. der Wanderfalke aus der Roten Liste entlassen werden konnte.  „Aufgrund des milderen Klimas und jahrzehntelanger Schutzbemühungen hätten sich Kranich, Seeadler, Wanderfalke und Uhu so gut entwickelt, dass sie nicht mehr in die Rote Liste aufgenommen werden mussten, in der sie früher "ganz oben gestanden haben", so ein Herr Schmidt vom LLUR.
Wir hätten uns diese Feder gerne an den Hut gesteckt, wenn es denn der Wahrheit entspräche.
So hat uns das dann einfach umgehauen, weil es ohne jede Vorwarnung geschah. Der zuständigen Ministerin schrieb ich daraufhin am nächsten Tag u.a. folgendes:
„So muss ich für den Wanderfalken feststellen, dass die Bewertung weder fachgerecht, noch sorgfältig genug vorgenommen wurde. Dabei wurde schon früher deutlich, dass die Autoren das Thema Wanderfalken nicht beherrschen, obwohl sie dazu durch ihre Aufgabe verpflichtet gewesen wären. So ist die Bewertung denn auch nicht ohne Arroganz und lässt jegliche Sorgfalt vermissen, zu der die Autoren aufgrund der Bedeutung und Handhabung solcher Listen verpflichtet gewesen wären. Nach unserer Einschätzung gehören die Falken mindestens in die Kategorie 2 eingeordnet, ein wenig dem Steinkauz in der Liste vergleichbar. Ich ersuche Sie deshalb, den Wanderfalken neu zu bewerten und aus sachlichen Gründen erneut in die Rote Liste aufzunehmen“.
Am 19.01.2011 antwortete für die Ministerin der Artenschutzreferent Thomas Gall, dass die Kritik nicht nachvollzogen werden könne. Eine nachträgliche Überarbeitung der Liste würde sich außerdem verbieten. Die Autoren der RL wären hinsichtlich ihrer fachlichen Qualifikation und ihrer wissenschaftlichen Zuverlässigkeit weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus über jeden Zweifel erhaben.
Ich hatte nun erwartet, dass wir eine nachvollziehbare Bewertung erhalten würden, um die Entlassung vielleicht zu verstehen. Das aber ist nicht erfolgt und vermutlich ganz bewusst nicht, weil dann die Fehler der Autoren offenkundig geworden wären, die außerdem sogar falsche Daten verwendeten. Mehr als peinlich, sollte das sein!
Weil dieser Zustand aus Sicht des Wanderfalkenschutzes absolut nicht hinnehmbarer ist, werden wir das Thema weiter verfolgen und bei Gelegenheit erneut Einrede halten.

 

Uwe Robitzky

 

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