AG Wanderfalkenschutz Schleswig-Holstein
AG Wanderfalkenschutz Schleswig-Holstein

AGW-SH online

Auf diesen Internetseiten stelle ich die AG Wanderfalkenschutz Schleswig-Holstein und den wieder eingebürgerten Wanderfalken vor.

5 durch Jäger entsorgte tote Enten in einem Graben bei Lehrsbüttel (HEI) und der Versuch der Justiz und Polizei, unschuldige Zeugen zu kriminalisieren

Der nachfolgende Sachverhalt beschreibt ein ganz typisches Manöver, wie diejenigen von Jägern sowieso, aber auch von Polizei und Staatsanwaltschaft behandelt werden, die Jägern Gesetzesverstöße nachweisen. Sie sind darin nicht zimperlich, vergessen dabei schon mal alle guten Sitten und dass sie strenge gesetzliche Vorgaben einzuhalten haben. Der Fall soll deutlich machen, worauf sich derjenige einlässt, der sich beherzt dem Tier- und Artenschutz verpflichtet fühlt. Es ist dieses geradezu ein Paradebeispiel dafür, wie sich Jäger, was häufig genug nachgewiesen ist, kaum an Gesetze halten, von Verwaltung, Justiz und Politik aber abgedeckt werden, jedoch der Kritiker gemobbt wird und die ganze Macht des Staates zu spüren bekommen soll. Einschüchtern und mundtot machen, lautet scheinbar die Devise!

Als ich am 23.10.2011 den Ganzenbeker Weg von Ganzenbek durch den Wald Riesewohld, Landkreis Dithmarschen (HEI), nach Oderade mit dem Fahrrad befuhr, traf ich in Höhe des Endes des Waldes auf der in Fahrtrichtung linken Seite und Abzweigung nach links über einen Plattenweg nach Lehrsbüttel auf den mir bekannten Herrn S. mit seinem Hund. Ich hielt an, um ein wenig mit ihm zu klönen, was wir regelmäßig machen, wenn wir uns treffen. Sein Hund war angeleint und schnüffelte derart intensiv an der Grabenkante und zog an der Leine, dass der Hundehalter Schwierigkeiten
hatte, diesen dort wegzuziehen.

Weil ich selbst viele Jahre Hunde hielt, wusste ich, dass sich in dem Graben eine Sache befinden sollte, die den Hund zu diesem Verhalten veranlasste. Deshalb schaute ich nach und fand an dieser Stelle im Graben fünf tote Enten, die von den Verletzungen her mit Schrotschüssen im Fluge getötet waren. Dabei handelte es sich um eine Reiher- und 4 Pfeifenten. Weil an einigen Enten die Augen bereits eingefallen waren, musste der Todeszeitpunkt ein paar Tage her sein. Bei der Frage nach dem oder die Verursacher kamen nur diejenigen in Frage, die erlaubt mit Schrot auf Enten schießen dürfen und das besonders in dieser Zeit tun. Ganz in der Nähe der Fundstelle existieren eben östlich von Lehrsbüttel einige Teiche, an denen diese Enten vermutlich bei einer abendlichen Entenjagd getötet wurden. Warum sie dann oder einige der erlegten Tiere an dieser Stelle entsorgt wurden,
bedarf der Nachforschung, weshalb ich den Fall bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Itzehoe anzeigte. Die Umweltpolizei in Heide erhielt eine Kopie.

Enten sind gemäß § 2 BJG jagdbare Tiere, wobei die gefunden Entenarten auch Jagdzeiten haben und deshalb im Grundsatz bejagd bzw. geschossen werden durften. Über der erlaubten Jagd steht aber bzw. gilt der Grundsatz, dass auch Jäger nur dann Tier töten dürfen, wenn es dafür einen vernünftigen und einleuchtenden Grund gibt (§ 1 TierschutzG). Dieser ist bei dieser Art der Entsorgung aber auszuschließen, weshalb derjenige, der auf diese skandalöse und absolut unwaidmännische Art handelte und die Vögel einfach in einen Graben entsorgte, ein Vergehen nach § 17 TierschutzG. beging. Es sind kleinere Entenarten als Stockenten, die bei der Zubereitung unverhältnismäßig viel Arbeit bereiten und dennoch nicht viel Fleisch hergeben. Wird jemand nach § 17 TierschutzG rechtskräftig bestraft, kann ihm gemäß § 41a BJG bis zu sechs Monaten die Jagd untersagt werden. In dieser Zeit hat die Verwaltung den Jagdschein zu verwahren. Ich fotografierte die toten Tiere. Weil sie im Graben aber nicht gut genug zu erkennen waren, nahm ich sie auf und legte sie für ein Foto auf die Fahrbahn und dann wieder zurück in den Graben. Sie blieben also am Fundort zurück.

23.10.2011: Die 5 toten Enten mit z.T. durch Schrotgarben Blut verschmierten Bauchfedern, die für Fotos auf die Straße und danach in den Graben zurückgelegt wurden. Foto: U. ROBITZKY
Bild 2: 23.10.2011: Die 5 im Graben entsorgten Enten (1 Reiherente und 4 Pfeifenten) Foto: U. ROBITZKY

Weil ich die Strecke häufiger mit dem Fahrrad befahre, schaute ich gelegentlich nochmals zu den toten Enten, die dort ca. eine Woche später immer noch lagen. Die Polizei, so war mein Gedanke dabei, habe es wohl nicht ganz so eilig. Es überraschte mich dann aber doch, als ich Anfang Januar 2012 mit Datum vom 09.01.2012 nach beinah 80 Tagen eine Beschuldigtenanhörung von der Umweltpolizei Heide erhielt. Mir wurde darin erklärt, dass der Hegeringleiter dieses Jagdbezirks als Zeuge vernommen werden sollte, vor seiner Antwort die toten Enten aufsuchen wollte, jedoch keine mehr vorgefunden habe. Das habe für den Staatsanwalt ausgereicht, gegen mich ein Ermittlungsverfahren wegen Jagdwilderei nach § 292 StGB zu eröffnen. Jetzt sollte ich genau darstellen, wie ich mit den Enten umgegangen wäre. Ja, was hat denn die Polizei dazu gemacht, war mein erster Gedanke. Üblicherweise sucht diese nach Eingang der Anzeige sofort den Tatort, in diesem Falle die Fundstelle auf, sollte also die Enten (sind doch Beweismittel) gefunden und dann vermutlich entsorgt haben. Diese müsste das doch ganz einfach aufklären können, tat es aber eigenartigerweise nicht. Deshalb fragte ich sofort per Email nach, erhielt dazu aber keine Antwort.

Am 12.01.2012 schrieb ich den zuständigen Staatsanwalt mit nachfolgendem Text an:

„Gestern erhielt ich mit dem Erhalt eines Beschuldigten-Anhörungsbogens von der Umweltpolizei Heide, Herrn H., die Mitteilung, dass im gleichen Fall, zu dem Sie die Ermittlungen einstellten, wie
Sie mir mitteilten, nun gegen mich wegen Jagdwilderei (§ 292 StGB) ermittelt würden. Die Staatsanwaltschaft leitet nach meinem Kenntnisstand nach § 152 StPO ein Ermittlungsverfahren nur ein, wenn ausreichende tatsächliche Anhaltspunkte für die Begehung einer verfolgbaren Straftat vorliegen. Aus dem Vorhalt gehen diese aber nicht hervor, insbesondere fehlen Hinweise darauf, wessen Jagdrecht oder Ausübungsrecht ich mit meinen Fotos verletzt haben soll und wie die Zueignung dazu begründet wird. Die toten Enten beließ ich ja vor Ort! Der erste Teil der Frage ist deshalb rechtlich nicht uninteressant, weil sich offenkundig ein unbekannter Jäger dieser fünf Enten entledigte. Ich vermute nun, dass es sich nur um ein Missverständnis handeln kann. Natürlich kann jedermann auch mich anzeigen. Es müssen dann für Staatsanwaltschaft und Polizei aber schon tatsächliche Anhaltspunkte erkennbar sein, wollen sie nicht selbst in die Kritik geraten, z.B. Unschuldige zu verfolgen. Um aber dieses aufklären und um mich sachgerecht und zeitnah äußern zu können, erbitte ich dazu die Übersendung der vollständige Akte zu AZ 309 UJs 1967/11."

Es handelte sich bei dieser Akte um meine Anzeige, zu dem das Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt inzwischen eingestellt worden war. Ich hatte ein berechtigtes Interesse daran zu erfahren, ob die Polizei überhaupt vor Ort gewesen war und warum ein Hegeringleiter, der
mit dem Sachverhalt überhaupt nichts zu tun hatte, als Zeuge angehört worden war.

Am 21.01.2012 erhielt ich die Antwort. Es bestehe der Anfangsverdacht einer Straftat des § 292 StGB durch mich durch Aneignung von nach dem Jagdrecht unterliegenden Sachen. Er gab mir die
Gelegenheit binnen 2 Wochen eine schriftliche Erklärung abzugeben. Mir stünde es nach dem Gesetz frei, mich zur Beschuldigung zu äußern oder nicht und ich könnte einen Verteidiger befragen (meint wohl beauftragen), dem könne auch die Ermittlungsakte übersandt werden. Auf mein Ersuchen ging er mit keiner Silbe ein! Außerdem wollte ich diese Ermittlungsakte garnicht haben. Das war nicht nur unhöflich und unverschämt, sondern in besonderer Weise dreist, weil rechtlich an den Enten kein Jagdrecht mehr geltend gemacht werden konnte. Mir reichte es jetzt, weshalb ich mich beim Justizminister mit Schreiben vom 22.01.2012 über diese Art der Behandlung (wegen der Verfolgung Unschuldiger - § 344 StGB) beschwerte. Es waren auch schon mehr komische Dinge passiert, die aufzuzählen, hier zu weit führen würde. Weil sich solche Fälle schnell wiederholen und sogar bestimmte Muster erkennbar sind, soll die nachfolgende Begründung als Hilfe für andere, denen die Rechtspositionen nicht ganz so geläufig sind, in einigen Auszügen wiedergegeben werden.

Eingangs schilderte ich den Sachverhalt bis zum Schreiben vom 19.01.2012 von der Staatsanwaltschaft, welches ich am 21.01.2012 erhalten hatte und in der auf meine Aktenanforderung gar nicht eingegangen worden war. Diese Aktenanforderung und die weitere Beschwerde begründete ich folgendermaßen: „Der Hintergrund war ein ganz einfacher. Für mich gehörte die Klärung der Frage zur Richtigkeit der Angaben in meiner Anzeige, ob dort nun Enten gelegen haben oder nicht und in welchem Zustand sie sich befanden (wie lange sie dort lagen und unter welchen Umständen sie zu Tode kamen und um welche Arten es sich handelte, ob ich sie
z.B. richtig bestimmt hatte) zur üblichen Routinearbeit der Polizei, die immer unverzüglich den Tatort (in diesem Fall Fundort) aufzusuchen und darüber einen Bericht zu fertigen hat. Die Enten waren zudem Beweismittel, die für die Beweiserhebung im nachfolgenden Verfahren natürlich herausragende Bedeutung haben würden. Dieser Bericht sollte sich doch in der Akte der Staatsanwaltschaft befinden. Und wenn die Polizei keine Enten vorfand, wäre eine sofortige
Rückfrage bei mir der nächste logische Schritt gewesen. Zudem erwähne ich in meiner Anzeige, dass ich die Enten nur durch einen Zeugen fand. Und sollte die Polizei keine Enten gefunden haben, hätte wenigstens dieser die Richtigkeit meiner Angaben bestätigen können. Nachfragen dazu gaben es aber nicht. Im vorliegenden Fall aber wurde ein Hegeringleiter zu den toten Enten zeugenschaftlich
vernommen. Das wird deshalb nicht verstanden, weil dieser in seiner Funktion in keinerlei Beziehung zum Sachverhalt steht. Es war zu vermuten, dass die Enten an den nahe gelegenen Teichen geschossen worden waren, weshalb die Jagdpächter zu befragen gewesen wären, weil nur diese die Befugnis des Organisierens eines solchen Jagdunternehmens haben. Das ist scheinbar unterblieben. Mit der Information an den Hegeringleiter über den Sachverhalt informierte die Polizei die örtlich zuständigen Jäger und durfte sich dann auch nicht mehr darüber wundern, dass sachdienliche Hinweise nicht gewonnen werden konnten. Das für sich war sehr dilettantisch.

Ferner ergibt sich aus dem Vorhalt von PHM H., dass dem Hegeringleiter nicht notwendiger Weise mein Name (des Anzeigenden) mitgeteilt worden ist. Ich entnehme daraus,d ass eklatant gegen die Grundsätze des Daten- und Zeugenschutzes verstoßen wurden und bitte Sie darum, das zu untersuchen.

Aus meiner Dienstzeit ist mir noch erinnerlich (ich bin pensionierter Polizeibeamter, PHK a.D.), dass § 475 StPO auch Privatpersonen Auskünfte aus Akten bzw. Akteneinsicht erlaubt, wenn daran ein
berechtigtes Interesse besteht. Es bestand nach meiner Einschätzung kein Grund, weil ein Täter ohnehin nicht ermittelt werden konnte, mir dieses zu versagen. In meinen ca. 43 Jahren im Staatsdienst ist mir ein solcher Fall noch nicht untergekommen. Es ist ein Stück wie aus einem Tollhaus?

Erwähnen sollte ich noch, dass ich mich von Kindesbeinen an für Greifvögel interessiere und ab Anfang der 70er Jahre meine dienstlichen Erfahrungen in den Schutz dieser Arten und später ebenfalls der Uhus einbringen konnte. So baute ich den Seeadlerschutz im Lande mit auf, bewirkte in den 80er Jahren die Wiederbesiedlung des Landes mit Uhus, der einst ausgerottet war, heute wieder flächendeckend vorhanden ist und organisiere seit dem ersten Brutpaar Wanderfalken im Lande in 1995, der ebenfalls ausgerottet war, auch den Schutz dieser Art landesweit und darüber hinaus in Hamburg. Bestandteil dieser Schutztätigkeit waren und ist für mich auch immer noch die Einleitung von Verfolgungsmaßnahmen durch staatliche Organe bei erkannten Verstößen gegen einschlägige Normen zum Schutze dieser Arten gewesen. Als z.B. ab 1970 für alle Greifvogelarten gesetzlicher Vollschutz vorgeschrieben wurde, ich aus den Jagdakten aber entnehmen konnte, dass in 1972 diese immer noch geschossen und gefangen wurden, erstattete ich deshalb Anzeige, was zu hunderten Ermittlungsverfahren im Lande führte und hierzulande den Schutz dieser Vögel erst durchsetzte.

In der Folgezeit nahmen alle Arten erfreulich zu, was ab Mitte der 80er Jahre erneut zu festgestellten ersten mäßigen Übergriffen durch absichtliches Vergiften führte. Das steigerte sich dann bis zum heutigen Tage hin. Aus diesem Grunde erstatte ich bei erkannten Verstößen häufiger Anzeige. Es liegt in der Natur der Sache, dass dabei keine Täter ermittelt werden können, weshalb ich schon länger ein gut funktionierendes Präventionskonzept, insbesondere zu den vermuteten Übergriffen durch Jäger bei der Landwirtschaftsministerin einfordere. Dabei findet eine Überwachung der für den Schutz und für die Jagd erlassenen Vorschriften durch staatliche Organe in der Fläche so gut wie gar nicht statt, was auch ganz leicht nachzuweisen ist.

Und obwohl selbst Jäger und zudem mit 15 Jahren Erfahrung in der Jungjägerausbildung versehen, muss ich Ihnen mitteilen, dass die Jäger die Aufdeckung ihrer Fehlverhalten natürlich nicht lieben. Sie sind in ihren Erwiderungen des weilen nicht zimperlich, schrecken sogar nicht vor Tätlichkeiten, Freiheitsberaubung und Bedrohung zurück. Auch Gegenanzeigen gehören scheinbar zum Repertoire dieses Klientel, mit denen sie verhindern möchten, dass irgendwer auf die Idee kommen könnte, die Obrigkeit für diese und ähnliche Sachverhalte zu interessieren.

Nach meiner Einschätzung haben wir es heute von der Größenordnung her inzwischen mit Wiederholungs-/Serientätern in großem Stile zu tun, die bandenähnlich funktionieren und wohlwollende Unterstützer in Politik, Verwaltung und Wirtschaft haben, weil über viele Jahre der Entwicklung überall Jäger ihren Dienst versehen.

Am 13.01.2009 hatte ein Freund bei Greifvogelbestandsaufnahmen einen toten Mäusebussard gefunden, den er zu mir brachte, weil er glaubte, dass dieser anhand typischer Federanomalien vermutlich mit Schrot abgeschossen sein könnte. Ich ließ diesen Vogel röntgen, wobei zwei Schrotkugeln im Vogelkörper sichtbar wurden. Daraufhin erstattete ich am 14.01.2009 Anzeige, die ich per Emailanhang an die Umweltpolizei in Heide und an den obersten Förster (als Obere Jagdbehörde) dieses Landes schickte. Darin hatte ich ausdrücklich darum gebeten mitzuteilen, was mit dem toten Mäusebussard geschehen solle. Bereits tags darauf erstattete der Jagdpächter des betroffenen Jagdreviers Anzeige namentlich gegen meinen Freund und mich wegen Jagdwilderei. Wie hatte der nun so schnell vom Sachverhalt und vor allem die Namen erfahren können, wo doch noch gar nicht ermittelt wurde, weil der ermittelnde Polizeibeamte erkrankt war? Gewundert habe ich mich dann ferner darüber, dass die Staatsanwaltschaft in Itzehoe auch noch ein Verfahren gegen uns eröffnete, obwohl ihr bewusst gewesen sein musste, dass wesentliche Tatbestandsmerkmal des § 292 StGB durch unsere Handlungen nicht erfüllt waren und deshalb hinreichender Tatverdacht
nicht zu begründen war. Das Verfahren ist dann mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Itzehoe vom 08.05.2009, AZ 303 Js 4808/09, Staatsanwalt Dwenger, ohne unsere Äußerungen eingestellt worden. Damals wie heute war der Verbleib der Tiere im jeweiligen Verfahren zu meiner Anzeige nicht interessant, gab es dazu nicht eine Nachfrage. Sie wurde aber bedeutsam, als danach und durch meine Aussagen und Verhaltensweisen Verfahren gegen mich eröffnet wurden. Ist das nicht sonderbar?

Staatsanwaltschaft und Polizei, jedoch auch Verwaltungsbehörden haben sich in solchen Verfahren
bisher alles andere als mit Ruhm bekleckert. Es ist schon auffallend, dass einfachste Sachverhalte nicht aufgeklärt werden. In dem Fall aus 2009 wegen Jagdwilderei gegen mich war der die Anzeige aufnehmende Polizeibeamte Jäger und der ermittelnde Polizeibeamte ebenfalls. Weil es dazu noch weitere Sachverhalte mit ähnlichem Hintergrund gibt, hatte ich die Staatsanwaltschaft mehrfach
ausdrücklich darum gebeten, dafür Sorge zu tragen, dass keine Jäger mit der Ermittlung beauftragt werden mögen.

Auch jetzt empfinde ich die Bemerkungen des Hegeringleiters aus seiner Anhörung gegen mich, ich hätte Jagdwilderei begangen, als reine „Retourkutsche". Sie gibt seine Meinung wieder, bei denen Rechtskenntnisse mangelhaft ausgeprägt zu sein scheinen. Sie bekommt aber erst gehörige Bedeutung, in dem, was ein Staatsanwalt daraus macht!

Enten, die vom Eindruck her erlaubt geschossen und anschließend entsorgt wurden, können nach meinem Rechtsverständnis nicht mehr dem Jagdrecht (wessen denn?) unterliegen. Wer solche aufnimmt, um sie zu identifizieren, weil nicht alle Entenarten bejagd werden dürfen und um sie nachvollziehbar an Ort und Stelle abzulichten und das nicht für private Zwecke, sondern dem Verfahren zu dienen und sie danach an der Fundstelle zurücklässt, übt allenfalls kurzfristig
Gewahrsam über die Enten aus und begründet kein Eigentum. Staatsanwälte kennen den Unterschied zwischen Gewahrsam, Besitz und Eigentum natürlich.
Staatsanwalt G. geht in seinem Schreiben vom 19.01.2012 an mich auch mit keiner Silbe darauf ein (PHM H. in seinem Vorhalt ebenfalls nicht), was Staatsanwaltschaft und Polizei zur Tatort/Fundort-Arbeit unternommen haben. Darauf, dass es mindestens einen Zeugen gibt, über den ich die Enten fand, habe ich schon hingewiesen. Es gehen dort aber mehr Leute mit Ihren Hunden spazieren. Direkt an der Fundstelle steht eine Bank, daneben ist ein Papierkorb angebracht, der regelmäßig geleert wird und davon zeugt, dass diese Stelle regelmäßig frequentiert wird. Zudem führt die Gemeinde Odderade (zuständig für dieses Gebiet) regelmäßig im Herbst einen so genannten Umwelttag durch, bei dem gerade diese Straße von an den Rändern liegendem Abfall entsorgt werden.

Die Enten von einem Hegeringleiter nachsuchen zu lassen ist schon sonderbar, gar keine eigenen Versuche dazu unternommen zu haben, sie zu finden, wird überhaupt nicht verstanden. Würde ich jetzt z.B. einen Zeugen beibringen, der bestätigen könnte, dass ich die Enten dort beließ, würde bei der Logik des Staatsanwalts G. zu diesem Fall dann ja der Hegeringleiter ein Verfahren wegen Jagdwilderei zu erwarten haben, oder?

Es müssen für die Staatsanwaltschaft nach § 152 StPO zureichende tatsächliche Anhaltspunkte vorliegen, damit sie ein Verfahren eröffnen kann. Diese sehe ich nach meinen vorstehenden Bemerkungen für das Verfahren gegen mich nicht annähernd gegeben. Wenn sie dennoch ein Verfahren eröffnete, nötige Hausaufgaben zum Eingangsverfahren aber versäumte, ist damit vermutlich eine bestimmte Absicht verbunden. Wie ich vorher bereits erwähnte, ist das ja auch
kein Einzelfall. Auf welcher Seite stehen dabei eigentlich Staatsanwaltschaft und Polizei? Ausdrücklich ersuche ich deshalb darum zu prüfen, in wie weit die Tatbestandsmerkmale des § 344 StGB (Verfolgung Unschuldiger) für die Handlung des Staatsanwalts G. zutreffen und u.U. gegen ihn deswegen zu ermitteln. Ferner erwarte ich eine Rücknahme des Verfahrens (keine Einstellung) gegen mich und ein Entschuldigung.

Für die AGW-SH und zum nötigen Schutz der Greifvögel und Uhus werde ich, werden wir aber nicht nachlassen, uns weiterhin konsequent gegen alle illegalen Praktiken, die diese Tiere betreffen, einsetzen, etwas, was Staatsanwaltschaft, Polizei und Verwaltung leider vermissen lassen, obwohl sie einen gesetzlichen Auftrag dazu zu erfüllen haben."

Mit Schreiben vom 31.01.2012 erhielt ich die Nachricht, dass das Justizministerium meine Beschwerde an die Staatsanwaltschaft Itzehoe zur weiteren Veranlassung weitergeleitet habe. Was
soll das schon ergeben, wenn die selbe Stelle, über die ich mich beschwere, diese Beschwerde auch beantworten darf, war mein Gedanke.

Die Antwort kam mit Schreiben vom 14.03.2012 und nicht mal vom Leitenden Staatsanwalt. Ergebnis: Die Staatsanwaltschaft hatte alles richtig gemacht. Und ich könne mich, wenn ich
mit diesem Ergebnis nicht einverstanden wäre, jetzt binnen 14 Tagen beim Generalstaatsanwalt in Schleswig beschweren. Zugeben will ich, dass ich zunächst Beschwerde einlegen wollte, dann aber beschloss, darüber noch einmal eine Nacht zu schlafen. Anschließend verzichtete ich, weil bisher keiner meiner und der von Freunden geführten Beschwerden weiter geführt hatten, obwohl die
Sachverhalte immer eindeutig gewesen waren.

Was bleibt: Nicht nur ein bitterer Nachgeschmack zum Jagdunwesen, sondern ebenfalls zur Arbeitsweise staatlicher Organe, die in besonderer Weise für Recht und Gesetz einzutreten haben. Um so mehr müssen wir aktiv werden, dürfen uns nicht einschüchtern lassen (sie bellen nur und dürfen auch nur bellen), sollten solche Dinge unbedingt bekannt machen, diese möglichst breit streuen und uns zudem neu formieren und solche üblen Methoden mit modernen Strategien zu bekämpfen zu versuchen.

Uwe Robitzky                                                                    Odderade, den 11.01.2013

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