AG Wanderfalkenschutz Schleswig-Holstein
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Auf diesen Internetseiten stelle ich die AG Wanderfalkenschutz Schleswig-Holstein und den wieder eingebürgerten Wanderfalken vor.

Erstmalig in Schleswig-Holstein: Uhubrut in Kormorankolonie entdeckt

Im Jahresbericht 2012 zu Jagd und Artenschutzbericht des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt
und ländliche Räume erwähnt der Autor Bernd Koop (S.83) eine Uhubrut in einer Kormorankolonie. Auf Nachfrage teilte er ergänzend mit, dass diese von Tim Peukert entdeckt worden wäre, der Junguhu mit dem Nest abgestürzt ist und am Boden weiter versorgt wurde, inzwischen dann auch der Baum mit allen Kormorannester umgestürzt ist, weil die Kormorane dort schon länger brüteten, wodurch der Brutbaum einging.

Tim Peukert ergänzte in einem Telefonat, dass der Jungvogel aus Schutzgründen nicht beringt worden sei
und dass gezielte Beobachtungen zum Auskommen der doch so verschiedenen Arten miteinander nicht stattgefunden haben.

Das Foto von Tim Peukert zeigt das Uhuweibchen mit einem Uhujungem auf dem Nest, umgeben von brütenden Kormoranen

Ich bedaure sehr, davon erst so spät erfahren zu haben, weil ich das Zusammenleben gerne erforscht hätte. Aus gründlichen Beobachtungen zu Uhubruten in Graureiherkolonien durch Anke Brandt ergeben sich nämlich erste Hinweise darauf, dass Graureiher den Uhu scheinbar als „Sicherheitsgewinn“ wahrnehmen und ihn deshalb in der Kolonie akzeptieren. Brütet der Uhu bereits vor Ankunft der ersten Graureiher in der Reiherkolonie, scheint es, als würden die ersten Reiher die Nester bewusst in Uhunähe  besetzen oder sogar neue neben ihm errichten. Warum soll das nicht auch zwischen Kormoran und Uhu so sein. Ferner wäre interessant gewesen, ob es Hinweise darauf gegeben hätte, warum es bei den vielen Kormoranen und Uhus im Lande erst jetzt und dann erstmalig passierte. Vermutlich kommt es deshalb selten vor, weil das Gros der Kormorannester doch erheblich kleiner ist als die der Graureiher und vermutlich zu klein für den Uhu normaler Größe. Freuen würde ich mich darüber, wenn bei vergleichbaren künftigen Bruten eine möglichst rasche Benachrichtigung erfolgen könnte. Anke Brandt und ich möchten das Thema weiter erforschen.

 

Uwe Robitzky

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