AG Wanderfalkenschutz Schleswig-Holstein
AG Wanderfalkenschutz Schleswig-Holstein

AGW-SH online

Auf diesen Internetseiten stelle ich die AG Wanderfalkenschutz Schleswig-Holstein und den wieder eingebürgerten Wanderfalken vor.

Wanderfalkenzug

http://www.falsterbofagelstation.se/

Die Zahl der in Falsterbo durchziehenden Wanderfalken steigt seit Jahren kontinuierlich an. Einige überwintert bereits an unserer Ostseeküste , viele an der Nordseeküste, wie weit sie letztlich ziehen, ist noch weitgehend unerforscht.

 

In Amerika ist das anders- Amerikanische Wanderfalken ziehen von der Artic bis nach Südamerika, über ein Wanderfalken - Tracking-Projekt gibt es hier interessantes zu lesen:

 

http://frgroup.frg.org/2013/11/home-again-and-another-migration.html

Wanderfalkenansiedlung und Vogelzug

11.09.08, OLAF EKELÖF beim Bestimmen und Auszählen der Beutereste des Wanderfalkenpaares aus Brunsbüttel (HEI). Foto: U. ROBITZKY

Mit nur kleinen Unterbrechungen, findet Vogelzug in Schleswig-Holstein beinah ganzjährig statt. Die ziehenden Vögel mit bevorzugter Zugrichtung Nord-Süd müssen dabei den Elbstrom überqueren, der an seiner Mündung eine Breite von ca. 5,8 km und an der Landesgrenze nach Mecklenburg-Vorpommern noch von 0,3 km hat.

Am 11.09.08 tauschte ich mit Hilfe von zwei Mitarbeitern des Kernkraftwerks Brunsbüttel den Einstreu der dortigen Wanderfalkennisthilfe aus und suchte bei der Gelegenheit die Dächer nach Beuteresten der Falken ab, die Olaf Ekelöf aus Friedrichstadt (er ist absolute Spitze darin) anschließend sofort bestimmte. Frischtot bzw. relativ frisch und in Teilen noch vollständig erhalten fand ich

5 Bekassinen, 7 Wasserrallen, 1 Tüpfelralle, 2 Wachteln, 2 Flußuferläufer und einen jungen Steinwälzer unter von Olaf insgesamt 47 ausgezählten Individuen.Wir staunten nicht schlecht über diesen Fund, den wir in dieser Form zuvor noch nie gemacht hatten. Unter den inzwischen ca. 2400 nachgewiesenen Individuen als Wanderfalkenbeute in diesem Lande kommen diese Arten zwar schon vor, aber in nur sehr geringer Anzahl und dann gesammelt über Jahre. Deshalb muss ich wohl zufällig oben auf dem Dach des KKW gewesen sein, als sich der für uns ja kaum zu beobachtende Zug von Bekassinen, Wachteln
und Wasserrallen vollzog und hatte dabei auch noch Glück, dass der hier an sich herrschende ewige Wind nicht alles von der Dachkante in die Elbe geweht hatte.

Dem Wanderfalken, wie sich nun zeigt, entgehen, im Unterschied zu uns, solche Dinge nicht. Über Wasser fängt er diese Arten scheinbar mühelos und deshalb mehr, als er für den Tag nutzen kann. Brunsbüttel liegt nun in der Elbmündung und am Ende des Trichters mit starker Verjüngung der Breite des Flusses, was bestimmt viele Zieher veranlasst (gerade auch solche, die der Küstenlinie folgten), die Elbe auf dem Weg nach Süden an dieser Stelle zu queren. Und gerade hier haben sich in Schleswig-Holstein und in Niedersachsen je ein Paar Wanderfalken angesiedelt.

Aber die Elbe wird natürlich nicht nur an dieser Stelle von den Zugvögeln gequert. So leuchtet es ein, dass Wanderfalkenpaare in entsprechender Staffelung von Cuxhaven bis inzwischen nach Krümmel mit 19 Paaren (7 aus Hamburg, 3 aus Niedersachsen und 9 aus Schleswig-Holstein und damit etwa 1/3 des Brutbestandes aus Schleswig-Holstein und Hamburg) beidseitig der Elbe auf beinah allen hohen Objekten vorkommen. Von Oktober bis Ende März gruppieren sich sogar noch skandinavische Überwinterer dazwischen. Der in diesem Bundesland immerfort stattfindende Vogelzug und die für die Falken günstige und leichte Jagdweise über Wasser werden die Ursachen dafür sein. So ist es denn bestimmt auch kein Zufall, dass die Falken in Brunsbüttel schon mehrfach 5 Eier legten und einmal sogar 5 Junge aufziehen konnten. Wären wir in der Lage, tiefer in das Zuggeschehen hineinzuschauen und imstande dieses mit dem Jahreszyklus der Falken abzugleichen, käme womöglich als Ergebnis für die „Elbfalken“ dabei heraus, dass Balz, Eiablage, Schlupf, Ausfliegen und Verstreichen der Jungen ganz eng an das Zuggeschehen bestimmter ziehender Vogelarten gekoppelt ist.

Uwe Robitzky

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