Wanderfalke (falco peregrinus)

 
Steckbrief
  • Länge: ca. 38-50 cm (Männchen krähengroß, Weibchen etwas größer)
  • größter heimischer Falke
  • Gewicht: Männchen 550 bis 700 g, Weibchen 900 bis 1100 g
  • Flügelspannweite: ca. 90 bis 115 cm
  • Breite dunkle Backenstreifen, große dunkle Augen und leuchtend gelbe Wachshaut
  • Helle Brust längs schwarz gestrichelt, Rückengefieder schiefergrau, Unterseite weiß bis rahmfarben mit schwarzer Querbänderung
  • Jungvögel rötlich bis bräunliches Gefieder, schmalere Backenstreifen. Brust deutlich längs und nicht quer gebändert oder getropft.
  • Alle Falken sind individuell gefärbt und an ihrem "Gesicht" leicht wieder zu erkennen.
  • Der Oberschnabel ist hinter dem Haken auf beiden Seiten "eingekerbt" (Falkenzahn); schwache Fänge mit langen Zehen und langen Krallen, schmale, spitze Flügel.
  • Der Flug ist schnell ausdauernd und geradlinig. Die Beute wird im direkten Verfolgungsflug oder im Sturzflug aus größerer Höhe in der Luft gefangen.
  • Erster Vogel des Jahres 1971 des NABU

Verbreitung

  • In 17 verschiedenen Rassen über weite Teile Asiens, Afrikas, Australiens, Amerikas und ganz Europa verbreitet.
  • Kommt in Europa von der Tundra im Norden bis zur Halbwüste im Süden vor.
  • Brütet in fast allen Lebensräumen, bevorzugt Küstenkliffs und tiefere Lagen von Gebirgen.
  • In Nordeuropa Zugvogel, in Mittel- und Südeuropa Stand- und Strichvogel, nur Jungvögel ziehen im ersten Winter.
  • Ein Teil der nordeuropäischen Falken überwintern an vielen Stellen bei uns. Die Nordseeküste von Dänemark bis Frankreich wird dabei besonders bevorzugt.

Bestandsverlauf

  • In Deutschland ab Beginn der 50er Jahren rapider Rückgang der Population. Die Baumbrüterpopulation Norddeutschlands brach völlig zusammen.
  • In Schleswig-Holstein seit 1968 ausgestorben.
  • Dank intensiver Schutzmaßnahmen durch die AGW in Baden-Württemberg konnte dort ein kleiner Restbestand gehalten werden.
  • Durch verstärkte Schutzmaßnahmen und mehrere Wiederansiedlungsprojekte tritt eine Erholung des Bestandes zunächst im Süden Deutschland mit Fortsetzung nach Norden ein.
  • Heute brüten in Deutschland wieder ca. 600 Paare
  • 1995 in Schleswig-Holstein  erste Brut in einem Kasten auf einer Seebake auf Süderoogsand. 2002 wurden 8 Paare mit Schwerpunkt im Nationalpark Nordfriesisches Wattenmeer und am Unterelbelauf registriert.
  • In Schleswig-Holstein brüten die Wanderfalken auf Inseln und Sänden der Nordsee am Boden (als Besonderheit) oder in Kästen auf Gebäuden (Kraftwerken) und Gittermasten.

 

Stellung im zoologischen System

  • Klasse: Vögel (Aves)
  • Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
  • Familie: Falken (Falconidae)
  • Art: Wanderfalke (falco peregrinus)

Nahrung

  • Fast ausschlieslich Vögel von Spatzen- bis zur Entengrösse. Überwiegend Haustauben, Stare, Drosseln, Kiebitze, Rabenvögel, Lerchen, Möven, Limikolen.
  • Der tägliche Nahrungbedarf beträgt ca. 110g für Männchen und 140g für Weibchen (Beizvögel)
  • Falken töten ihre Beute häufig schon in der Luft oder später am Boden mit dem Schnabel.
  • Unverdauliche Nahrungsreste (Federn) werden als Gewölle ausgespien.
  • An den Überresten (Rupfung) lässt sich der Urheber oftmals erkennen – abgerissener Kopf oder bei größeren Vögeln hängen Flügel und Brustbein noch zusammen.
  • Die Jagd über Wasser wird bevorzugt.

Sinnesleistung

  • Hervorragende Sehschärfe, hohe Dichte von Sehzellen auf der Netzhaut, zusätzlich wirkt das Auge optisch wie ein Fernglas.
  • Kann dadurch die Beute bereits über einige Kilometer erkennen.

Fortpflanzung

  • Balz ab Januar bis März, April (im Vorland)
  • Die meisten Wanderfalken brüten erst im Alter von 2-3 Jahren. Sie leben monogam und bleiben über Jahre hinweg mit dem gleichen Partner zusammen.
  • Die Eiablage erfolgt in Schleswig-Holstein von Anfang März bis Ende April.
  • Die 2-5 Eier werden etwa 34 Tage bebrütet.
  • Die Jungfalken fliegen nach 36-40 Tagen aus, werden aber noch 1-2 Monate von den Eltern mit Futter versorgt (Bettelflugperiode).
  • Der Familienverband kann noch bis Oktober bestehen.
  • Ausgeprägte Herbstbalz (Anfang bis Mitte Oktober), in der der neue Brutplatz angedeutet wird.

Gefahren

  • Durch geringe Bestandszahlen in Schleswig-Holstein hier noch vom Aussterben bedroht, Kategorie 1 der Roten Liste.
  • Störungen am Brutplatzes durch Werksarbeiten bei Gebäude,- bzw. Bauwerksbrütern.
  • Schlechtwetterlagen bei den Bodenbruten reduzieren den Schlupferfolg, Sturmfluten spülen Eier und Junge hinweg.
  • Verdrahtung der Landschaft, Hochspannungsleitungen, Koppeleinfriedigungen.
  • Der Uhu ist Hauptprädator des Wanderfalken.
  • Illegale Verfolgung durch Jäger, Taubenzüchter und Eiersammler

Wo lassen sich in Schleswig-Holstein Wanderfalken gut beobachten?

  • An den Kernkraftwerken Brunsbüttel und Brokdorf und der DEA in Hemmingstedt zur Balzzeit und im Juni, wenn die Jungen flügge sind.
  • Ab Oktober bis Ende März an folgenden Überwinterungsplätzen: Kornspeicher der HaGe in Südhafen (Nordstrand),
    Beltringharder Koog (nur mit Celestron oder Zeiss-Spektiv ),
    NSG Kleiner Binnensee bei Hohwacht,
    Nehrung Graswarder, Neustadt Marinetauchturm, Pagensand Unterfeuer (vom Deich aus mit gutem Spektiv).
  • An der Nordseeküste ca. 100 Überwinterer
  • Und bitte teilen Sie uns Ihre Beobachtungen mit!:
     
  • robitzky@racsa.co.cr

 
Steckbrief

  • Länge: ca. 38-50 cm (Männchen krähengroß, Weibchen etwas größer)
  • größter heimischer Falke
  • Gewicht: Männchen 550 bis 700 g, Weibchen 900 bis 1100 g
  • Flügelspannweite: ca. 90 bis 115 cm
  • Breite dunkle Backenstreifen, große dunkle Augen und leuchtend gelbe Wachshaut
  • Helle Brust längs schwarz gestrichelt, Rückengefieder schiefergrau, Unterseite weiß bis rahmfarben mit schwarzer Querbänderung
  • Jungvögel rötlich bis bräunliches Gefieder, schmalere Backenstreifen. Brust deutlich längs und nicht quer gebändert oder getropft.
  • Alle Falken sind individuell gefärbt und an ihrem "Gesicht" leicht wieder zu erkennen.
  • Der Oberschnabel ist hinter dem Haken auf beiden Seiten "eingekerbt" (Falkenzahn); schwache Fänge mit langen Zehen und langen Krallen, schmale, spitze Flügel.
  • Der Flug ist schnell ausdauernd und geradlinig. Die Beute wird im direkten Verfolgungsflug oder im Sturzflug aus größerer Höhe in der Luft gefangen.
  • Erster Vogel des Jahres 1971 des NABU

Verbreitung

  • In 17 verschiedenen Rassen über weite Teile Asiens, Afrikas, Australiens, Amerikas und ganz Europa verbreitet.
  • Kommt in Europa von der Tundra im Norden bis zur Halbwüste im Süden vor.
  • Brütet in fast allen Lebensräumen, bevorzugt Küstenkliffs und tiefere Lagen von Gebirgen.
  • In Nordeuropa Zugvogel, in Mittel- und Südeuropa Stand- und Strichvogel, nur Jungvögel ziehen im ersten Winter.
  • Ein Teil der nordeuropäischen Falken überwintern an vielen Stellen bei uns. Die Nordseeküste von Dänemark bis Frankreich wird dabei besonders bevorzugt.

Bestandsverlauf

  • In Deutschland ab Beginn der 50er Jahren rapider Rückgang der Population. Die Baumbrüterpopulation Norddeutschlands brach völlig zusammen.
  • In Schleswig-Holstein seit 1968 ausgestorben.
  • Dank intensiver Schutzmaßnahmen durch die AGW in Baden-Württemberg konnte dort ein kleiner Restbestand gehalten werden.
  • Durch verstärkte Schutzmaßnahmen und mehrere Wiederansiedlungsprojekte tritt eine Erholung des Bestandes zunächst im Süden Deutschland mit Fortsetzung nach Norden ein.
  • Heute brüten in Deutschland wieder ca. 600 Paare
  • 1995 in Schleswig-Holstein  erste Brut in einem Kasten auf einer Seebake auf Süderoogsand. 2002 wurden 8 Paare mit Schwerpunkt im Nationalpark Nordfriesisches Wattenmeer und am Unterelbelauf registriert.
  • In Schleswig-Holstein brüten die Wanderfalken auf Inseln und Sänden der Nordsee am Boden (als Besonderheit) oder in Kästen auf Gebäuden (Kraftwerken) und Gittermasten.

 

Stellung im zoologischen System

  • Klasse: Vögel (Aves)
  • Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
  • Familie: Falken (Falconidae)
  • Art: Wanderfalke (falco peregrinus)

Nahrung

  • Fast ausschlieslich Vögel von Spatzen- bis zur Entengrösse. Überwiegend Haustauben, Stare, Drosseln, Kiebitze, Rabenvögel, Lerchen, Möven, Limikolen.
  • Der tägliche Nahrungbedarf beträgt ca. 110g für Männchen und 140g für Weibchen (Beizvögel)
  • Falken töten ihre Beute häufig schon in der Luft oder später am Boden mit dem Schnabel.
  • Unverdauliche Nahrungsreste (Federn) werden als Gewölle ausgespien.
  • An den Überresten (Rupfung) lässt sich der Urheber oftmals erkennen – abgerissener Kopf oder bei größeren Vögeln hängen Flügel und Brustbein noch zusammen.
  • Die Jagd über Wasser wird bevorzugt.

Sinnesleistung

  • Hervorragende Sehschärfe, hohe Dichte von Sehzellen auf der Netzhaut, zusätzlich wirkt das Auge optisch wie ein Fernglas.
  • Kann dadurch die Beute bereits über einige Kilometer erkennen.

Fortpflanzung

  • Balz ab Januar bis März, April (im Vorland)
  • Die meisten Wanderfalken brüten erst im Alter von 2-3 Jahren. Sie leben monogam und bleiben über Jahre hinweg mit dem gleichen Partner zusammen.
  • Die Eiablage erfolgt in Schleswig-Holstein von Anfang März bis Ende April.
  • Die 2-5 Eier werden etwa 34 Tage bebrütet.
  • Die Jungfalken fliegen nach 36-40 Tagen aus, werden aber noch 1-2 Monate von den Eltern mit Futter versorgt (Bettelflugperiode).
  • Der Familienverband kann noch bis Oktober bestehen.
  • Ausgeprägte Herbstbalz (Anfang bis Mitte Oktober), in der der neue Brutplatz angedeutet wird.

Gefahren

  • Durch geringe Bestandszahlen in Schleswig-Holstein hier noch vom Aussterben bedroht, Kategorie 1 der Roten Liste.
  • Störungen am Brutplatzes durch Werksarbeiten bei Gebäude,- bzw. Bauwerksbrütern.
  • Schlechtwetterlagen bei den Bodenbruten reduzieren den Schlupferfolg, Sturmfluten spülen Eier und Junge hinweg.
  • Verdrahtung der Landschaft, Hochspannungsleitungen, Koppeleinfriedigungen.
  • Der Uhu ist Hauptprädator des Wanderfalken.
  • Illegale Verfolgung durch Jäger, Taubenzüchter und Eiersammler

Wo lassen sich in Schleswig-Holstein Wanderfalken gut beobachten?

  • An den Kernkraftwerken Brunsbüttel und Brokdorf und der DEA in Hemmingstedt zur Balzzeit und im Juni, wenn die Jungen flügge sind.
  • Ab Oktober bis Ende März an folgenden Überwinterungsplätzen: Kornspeicher der HaGe in Südhafen (Nordstrand),
    Beltringharder Koog (nur mit Celestron oder Zeiss-Spektiv ),
    NSG Kleiner Binnensee bei Hohwacht,
    Nehrung Graswarder, Neustadt Marinetauchturm, Pagensand Unterfeuer (vom Deich aus mit gutem Spektiv).
  • An der Nordseeküste ca. 100 Überwinterer
  • Und bitte teilen Sie uns Ihre Beobachtungen mit!:
  • robitzky@racsa.co.cr